"Zunächst einmal mussten die 52 Bewohnerinnen und Bewohner das Erlebte verarbeiten", berichtet Sozialarbeiter Alexander Parchow, der die Einrichtung betreut. Inzwischen gehen sieben Kinder in die Grundschule, vier sind in der Kita Sonnentau aufgenommen. Die Menschen aus Syrien, Irak, Iran, Palästina und Armenien haben sich inzwischen eingelebt. Vorteilhaft sei, dass sie mit dem Münster-Ticket selbst Münster erkunden können und an Sprachkursen teilnähmen. Neben dem professionellen Angebot , die deutsche Sprache zu erlernen, engagieren sich derzeit 13 Ehrenamtliche und ein Koordinator in der Sprachbegleitung für die Bewohner der Unterkunft. Schwierig sei, dass die meisten Bewohner noch von einem Arbeitsverbot betroffen sind. "Das betrifft vor allem die Männer, die zuhause bis zu drei Berufe hatten", berichtet Alexander Parchow.

Die Caritas arbeitet vor Ort mit der katholischen Kirchengemeinde St. Clemens, dem Jugendzentrum Red Bull, der Davertschule, der DJK Grün-Weiß Amelsbüren und dem Flüchtlingsnetzwerk-Hiltrup zusammen. Um die Ehrenamtskoordination in Münster in der Arbeit mit geflüchteten Menschen kümmert sich für den katholischen Wohlfahrtsverband Lätitia Maurath. Sie informierte die Besucher über besondere Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit. Dazu gehöre die Sprachbarriere, unterschiedliche kulturelle Hintergründe sowie der Prozess, die eigenen Grenzen zu erkennen und die Bedürfnisse geflüchteter Menschen wahrzunehmen. Die Caritas biete Ehrenamtlichen Ansprechpartner, Fortbildungen, Austauschmöglichkeiten und Informationsmaterial, um sie in ihrer Arbeit zu begleiten und zu unterstützen. Eine kostenlose Fortbildungsreihe der Caritas starte Mitte April. Daneben bieten auch das Flüchtlingsnetzwerk Hiltrup und die Freiwilligen-Agentur Münster Kurse und Workshops an.

Lätitia Maurath zählte Engagement-Möglichkeiten in und außerhalb der Unterkunft auf. Dazu gehören Angebote für Kinder und Erwachsene, eine Orientierungsgruppe, Unterstützung bei Veranstaltungen, ehrenamtliche Dolmetscher und Familienpaten. Angestrebt wird ein Vernetzungskreis, in dem sich die Gruppensprecher aus jeden Bereich alle vier bis sechs Wochen treffen könnten. Zum Abschluss der Veranstaltung beantworteten die Caritas-Vertreter Fragen der Anwesenden. Alle Interessierten konnten sich vor Ort in eine Mailverteiler-Liste eintragen und Interesse bekunden, in einer der Ehrenamts-Gruppen mitzuarbeiten.