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Erklärung des Flüchtlingsnetzwerks Hiltrup zum Antrag der „Seebrücke“ an den Rat der Stadt Münster am 22. Mai

Das Bündnis Seebrücke will das Sterben im Mittelmeer verhindern und fordert den Rat der Stadt am 22.5. auf, weitere Geflüchtete in der Stadt aufzunehmen. Die Kapazitäten hierfür sind vorhanden, eine Mehrheit der Bevölkerung unterstützt bei Umfragen das Anliegen. Der Koordinierungskreis des Flüchtlingsnetzwerks unterstützt das Anliegen mit folgender Erklärung:

 

Das Flüchtlingsnetzwerk Hiltrup unterstützt das Bündnis „Seebrücke“ und schließt sich dessen Forderungen an die deutsche und die europäische Politik an:

sichere Fluchtwege, die niemanden dem Tod durch Ertrinken aussetzen,

Entkriminalisierung der Seenotrettung,

rechtsstaatliche, faire Asylverfahren und menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten.

2018 starben mindestens 2275 Menschen im Mittelmeer, mindestens sechs pro Tag. Die EU hat die Rettungsmissionen ausgesetzt. Die wenigen privaten Boote müssen oft Tage und Wochen auf dem Meer bleiben, bevor (hoffentlich) ein Hafen für sie öffnet. Flüchtende werden z.T. nach Libyen zurück gebracht, wo ihnen in Lagern Hunger, Folter, Vergewaltigung und Tod drohen.

Kein Mensch lässt ohne gute Gründe alles zurück und riskiert sein Leben. An den Ursachen von Flucht sind Staaten der EU durch Wirtschaftsabkommen, Unterstützung diktatorischer Regime, Rüstungsexporte u.a. beteiligt.

Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen, obwohl sie gerettet werden könnten, ist inhuman und unerträglich. Statt dass Europa sich abschottet, brauchen wir eine Strategie, die verhindert, dass Menschen auf der Flucht elend sterben, und eine Steuerung und Verteilung der Migration auf menschenwürdige und gerechte Weise. Geflüchtete brauchen sichere Häfen statt Tod und Zurückweisung in Elendslager.

Das Engagement für Geflüchtete gehört zu den grundlegenden Verpflichtungen für Christ/innen und ist ein Fundament der jüdisch-christlichen Tradition, auf die sich nicht wenige in Deutschland gerne beziehen. Flüchtende besitzen dieselben Menschenrechte wie alle anderen.

Viele Städte in Europa, auch in Deutschland, haben sich bereits solidarisiert und sich zu Sicheren Häfen erklärt, um in Seenot geratene Menschen aufzunehmen, aktuell 47 in Deutschland. Auch die Friedensstadt Münster hätte die Möglichkeit, aus Seenot gerettete Menschen aufzunehmen; die Bereitschaft in der Bevölkerung ist dafür gegeben, wie Umfragen und die zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützungen zeigen. Kapazitäten in Münster dafür sind vorhanden.

Deshalb appellieren wir an Oberbürgermeister Markus Lewe und den Rat der Stadt:
Folgen Sie dem Beispiel der Städte Osnabrück, Köln, Vechta u.v. a. und machen Sie Bundeskanzlerin Merkel ein Angebot, zusätzliche Geflüchtete in Münster aufzunehmen!

Stimmen Sie am 22. Mai für den Antrag der Seebrücke Münster!

 

 

 

 


 

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